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20.01.2017
Das „Schutzengelprinzip“ - Technische Hilfe für an Demenz erkrankte Patienten
Das „Schutzengelprinzip“ –
Stadtklinik Frankenthal setzt auf technische Hilfe bei Demenz




Bereits heute sind in Deutschland über 1 Million Menschen von Demenz betroffen.

Sowohl die Schwere der Erkrankung als auch die Zahl der Erkrankten stellt in zunehmendem Maße
Betroffene und Angehörige, aber auch Kliniken und das Pflegepersonal vor große Herausforderungen. Immer mehr Patienten sind zwar körperlich agil, geistig jedoch stark verwirrt. Eine Demenz zieht bei vielen Betroffenen nicht nur das Gedächtnis in Mitleidenschaft, sondern auch das Orientierungsvermögen. Das Verhältnis zu Zeit und Ort, aber auch zu bestimmten Situationen und Personen, auch zum eigenen Ich, ist zunehmend gestört. Vor allem die sogenannte Weglauftendenz führt dazu, dass es an Demenz erkrankten Patienten nicht mehr möglich ist, die Rückkehr in den vorgesehenen Schutzraum (der Station bzw. Klinik) selbstständig zu bewerkstelligen. Verlässt der verwirrte Mensch unbemerkt die Klinik, ist er schutzlos der Witterung, dem Straßenverkehr und den sonstigen Gefahren ausgesetzt.

Geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um ein unbemerktes Verlassen dieses Schutzraums zu verhindern, gehört ganz klar zur Sorgfalts- und Aufsichtspflicht einer Klinik. Als eines der ersten Krankenhäuser in der Region hat die Stadtklinik Frankenthal darauf reagiert und einen elektronischen Türwächter für Patienten eingeführt, die aufgrund einer Demenzerkrankung mit erhöhter Weglaufgefährdung zu dieser Risikogruppe zählen.
Technische Grundlage des in der Stadtklinik Frankenthal eingeführten Türwächter- oder „Schutzengelprinzips“ ist ein bewährtes elektronisches Wegläuferschutz-System. Hierfür trägt der Patient ein Transponderarmband, in dem ein Funkchip eingebaut ist. Beim Verlassen der Station wird ein Magnetkontakt an der Ausgangstür ausgelöst, der die Basisstation aktiviert. Kommt der Patient mit seinem Armband in Reichweite des installierten Basisgerätes, wird ein optisches und akustisches Signal ausgelöst und das Pflegepersonal kann umgehend reagieren.

Das Tragen des Armbandes erfolgt dabei natürlich freiwillig mit Einverständnis des Patienten und des Betreuers bzw. Bevollmächtigten.
Nach wie vor wichtiger ist nach wie vor der Umgang mit dem Patienten, wenn er den beschützten Raum verlässt und zurückgebracht werden soll. Die geschulten Mitarbeiter auf der Station für Gerontopsychiatrie können sich in die Gedankenwelt eines Demenzkranken hineinversetzen und ein "Stück seines Weges" begleiten.