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05.03.2018
Neue Wege in der Schmerztherapie
Nach operativen Eingriffen leiden Patienten oftmals unter mehr oder weniger starken Schmerzen. Umso wichtiger ist es, diese Schmerzen schnell, effizient und patientenindividuell zu behandeln.

Einen Meilenstein in der Bereitstellung neuer Behandlungsmöglichkeiten für Patienten setzt nun die Stadtklinik Frankenthal. Als regional erstes Krankenhaus kommt hier ein neues System zum Einsatz, das zur Schmerzbehandlung nach operativen Eingriffen Anwendung findet.


Ein voreingestelltes Applikationsgerät gibt per Knopfdruck des Patienten eine kleine schmerzstillende Tablette frei. Die Tablette wird mit Hilfe des kleinen Gerätes direkt unter die Zunge gelegt, wo der Wirkstoff schnell über die Mundschleimhaut aufgenommen wird.


 
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Viele Gründe sprechen für diese individuell angepasste und vor allem rasche Schmerztherapie, um die Genesung der Patienten zu beschleunigen. Im Vergleich zu den klassischen schmerztherapeutischen Maßnahmen hat dieses innovative System gleich mehrere Vorteile.

Patienten können ihren Schmerz oft selbst am besten einschätzen und somit den Zeitpunkt für eine Medikamenteneinnahme bestimmen. Auftretende Schmerzen können eigenständig gelindert werden und Schmerzmittel müssen nicht erst bei den Pflegekräften angefragt werden. Eine Verschlimmerung des Schmerzes während der Wartezeit auf das Medikament kann somit direkt vermieden werden.

Weiterhin ist es für die Genesung wichtig, dass Patienten möglichst schnell wieder das Bett verlassen, um beispielsweise an krankengymnastischen Behandlungen teilnehmen zu können. „Da die Patienten keine Zugänge für Infusionen benötigen, können sie sich frei bewegen und sind schneller mobil ", beschreibt Dr. Sabine Dhonau, Fachärztin der Anästhesie und Intensivmedizin und Schmerztherapeutin die Vorteile des Geräts. „ Mögliche Behandlungsprobleme, beispielsweise Infektionen durch Venenkatheter, werden durch die neue Methode zudem vollständig vermieden.“, erklärt sie weiter.


Das System ist personalisiert und sicher. Über einen Daumenabdruck kann der Applikator nur von demjenigen aktiviert werden, der auch dazu berechtigt ist. Zudem tritt nach Abgabe einer Schmerztablette eine zeitliche Sperre in Kraft damit Überdosierungen vermieden werden. Erst nach einer gewissen Zeit kann die nächste Dosis freigesetzt werden.


Nicht zuletzt bietet das innovative System in der Stadtklinik Frankenthal den Patienten die Möglichkeit, sich aktiv an der Schmerztherapie zu beteiligen. Dies bewirkt unter anderem auch einen psychologischen Effekt des „Aktiv-Seins“, was das Gesundwerden zusätzlich fördert. „Die Patientinnen und Patienten als auch die Pflegekräfte und Ärzte, die bisher von dieser innovativen Alternative profitieren konnten, sind mit der unkomplizierten Handhabung und der Wirksamkeit des Systems sehr zufrieden.“, so Prof. Piper, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin.