Schlafapnoe |
||
Weiterhin besteht das Angebot einer Screeninguntersuchung auf ein Schlafapnoe-Syndrom.
Dies ist für all die Patienten gedacht, die eine ausgeprägte
Tagesmüdigkeit ggf. in Kombination mit Blutdruckentgleisungen aufweisen,
die nachts schnarchen und zusätzlich vielleicht Atemaussetzer haben.
Das Schlaf-Apnoe-Syndrom ist die häufigste organisch begründete schlafbezogene Atmungsstörung. Schätzungen gehen in Deutschland von ca. zwei Millionen Patienten aus. Besonders betroffen sind übergewichtige Männer über 50 Jahre. Das Schnarchen entsteht durch Erschlaffung der Rachenmuskulatur. Der Luftstrom führt durch wiederholtes Hin- und Herflattern des Zungengrundes zum typischen Schnarchgeräusch. Es kommt zur Rückverlagerung der Zunge bis zur totalen Verlegung der oberen Atemwege mit nachfolgenden Atemstillständen (= Schlafapnoen). Wenn die Apnoephasen länger als zehn Sekunden andauern, fällt der Sauerstoffgehalt im Blut ab, was eine Minderversorgung von Gehirn und den einzelnen Organen zur Folge hat. Fällt der Sauerstoffgehalt unter einen kritischen Wert ab, führt das Gehirn eine Weckreaktion aus, der normale Schlafablauf wird unterbrochen, Herzfrequenz und Blutdruck steigen deutlich an. Durch die erneute Anspannung der Rachenmuskulatur wird die Atmungsbehinderung aufgehoben. Nun kommt es zu einer intensiven Atmung, was sich als sehr lautes Schnarchen bemerkbar macht. Beim Schlaf-Apnoe-Syndrom treten diese Atemstillstände und damit verbundenen Weckreaktionen viele Male in der Nacht auf. Dies hat langfristig negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem und den Gesamtorganismus. Anzeichen und Folgeerscheinungen eines Schlafapnoe-Syndrom sind:
Abgesehen von der körperlichen Untersuchung gibt es spezielle Messverfahren während der Schlafphase. Zum Screening erhält der Patient ein Gerät, das während des Schlafes Schnarchgeräusche, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung im Blut, Atempausen und die Körperlage registriert. Diese erste Untersuchung kann ambulant durchgeführt werden. Nachfolgend werden die erhobenen Daten über Blutdruck, Atemaussetzer, Sauerstoffsättigungsabfälle und Schnarchintervalle computerunterstützt ausgewertet. Besteht mittels diesem Screening der dringende Verdacht eines Schlaf-Apnoe-Syndroms, müssen weitere schlafbezogene Untersuchungen in einem speziellem Schlaflabor erfolgen. Häufig kann durch eine Gewichtsreduktion und veränderte Schlafposition (z. B. Kopfhochlagerung oder Seitenlage) schon eine erhebliche Verbesserung der Situation erreicht werden. In schwerwiegenden Fällen ist eine kontinuierliche Überdruckbeatmung über eine Nasenmaske (CPAP-Gerät) notwendig. Diese Maske sollte während der gesamten Nacht getragen werden. Ein spürbarer Therapieerfolg stellt sich für die Betroffenen nach ca. sechs Wochen ein. |
||




