Ihre Ansprechpartner

Dr. med.
Matthias Münch, M.A.

Chefarzt



Sekretariat
Frau Hornig
Tel. 06233 771-2181
Fax 06233 771-2038
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Sekretariat
Frau Baqué
Tel. 06233 771-2183
Fax 06233 771-2038
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Informationsmaterial
> Patienteninformation
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> Flyer Klinik im Metznerpark
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> Qualifizierte Entgiftung
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> Stationäre Psychotherapie
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> Gongtherapie
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>Musiktherapie
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> Trommeltherapie
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> Eltern-Kind-Gruppe Flyer

>Aktuelle Termine

 

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Ansprechpartner:

Psychiatrie


Nicolas Hesse
Tel. 06233 771-2689
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Klinik im Metznerpark 




Jochen Sattler
Tel. 06233 3167-22
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Zusammen mit der Gestaltungstherapie und der Ergotherapie stellt die
Musiktherapie eine weitere wichtige Behandlungssäule im Therapieangebot
der Klinik im Metznerpark dar.


Die Musiktherapie bietet hier den Patientinnen und Patienten ein ihren
Aufträgen entsprechendes ausdifferenziertes Behandlungskonzept an.
Gleich bei der Aufnahme können sich die Patienten über die
Patienteninformation – Musiktherapie einen Überblick über das
Therapieangebot verschaffen.

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die musiktherapeutischen
Behandlungsangebote und allgemeinen –ziele. Die Einzeltherapien sind
hierbei nicht aufgeführt:

Allen Patienten wird (bis auf individuelle Ausnahmen) zu Beginn der
Behandlung nahe gelegt, sich in den offenen Musiktherapiegruppen
zu orientieren – dies bezieht sich auf die montags stattfindende
„Märchen und Musik“-Therapiegruppe und die mittwochs
stattfindende „Offene Musiktherapiegruppe“.


In beiden Therapien geht es konzeptionell um ein Kennenlernen der
Mitpatienten, Therapeuten sowie um basale Ausdrucksmöglichkeiten
mit dem Medium Musik. Die „Märchen und Musik-Therapiegruppe
soll durch ihren beständig gleichen Ablauf neuen bzw. noch sehr
orientierungslosen Patienten Struktur und Halt bieten können.
Das therapeutische Angebot in dieser Gruppe ist in erster Linie geprägt
 durch eine nährende“ bzw. an die Patienten wenig Anspruch
erhebende Qualität.


Die „Offene Musiktherapiegruppe“ verfolgt ein ebenso klare, in Teilen
 schon fast musikpädagogisches Konzept. Hier werden die oft
unbekannten Instrumente hinsichtlich Herkunft, Bedeutung und
Spielweise vorgestellt, und die Patienten erfahren durch relativ
direktive musiktherapeutische Angebote (Spielvorschläge mit
einfachen, klaren Regeln, vorgegebene Rhythmen, Rhythmusspiele etc.)
mögliche Wirkungsweisen der Musiktherapie. Nach der Orientierungszeit
wird gemeinsam mit den Patienten entsprechend der individuellen Aufträge
entschieden, an welcher fortführenden festen Gruppe sie dann teilnehmen
möchten. Die offenen Gruppen bleiben für diese Patienten zudem als
Zusatzangebot erhalten.














Auftrag Behandlung von
Krankheitsursachen
ehandlung von
Krankheitsfolgen
Förderung von
Ressourcen
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Setting Rezeptive Musiktherapie:
„Gongtherapie“

> Aktive Musiktherapie:
„Tischtrommel-
Konferenz“
> „Offene Musiktherapiegruppe“

> Freitags Musiktherapiegruppe

> „Märchen und Musik“
Therapiegruppe
> „Morgenmusik“

> Trommelgruppe

> Instrumentenbau

> Förderung von
Instrumentalspiel
(wie
Didgeridoo, Gitarre)

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 Ziele > Verständnis für die
Erkrankung gewinnen

> Herausarbeiten von

Vulnerabilitätsfakto
ren

> Entschlüsselung pathologischer
Systeme

> Traumabearbeitung

> „Korrigierende Erfahrungen“

> Reinstallierung innerer Grenzen
> Loslösung aus der Isolation

> Zurückkommen in das
„Hier und Jetzt“

> Schaffung einer angstfreien
Begegnungsebene

> Aufbau basaler
Beziehungsstrukturen

> Reflexion der Eigen- und
Fremdwahr
nehmung

> Entwicklung von
Verhaltensalternativen
> Entdecken von
Ressourcen

> Kreativitäts-
förderung

> Spielfreude
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Wird deutlich, dass für einen Patient weiterhin eine eher stabilisierende und ressour-cenorientierte Behandlung indiziert ist, nimmt er nach der Orientierungszeit an der „Freitags-Musiktherapiegruppe“ teil, in welcher mit den Patienten - neben den basalen Zielen, (s. o.) - sehr gruppentherapeutisch (bzgl. Eigen- und Fremdwahrnehmung im Gruppensetting) und weniger aufdeckend gearbeitet wird. Ist der Patient jedoch an einer intensiven Auseinandersetzung mit den Krankheitsursachen und deren Behandlung interessiert (Freiwilligkeit ist oberstes Gebot), besitzt er ein gewisses Maß an Introspektionsfähigkeit und schätzt ihn das erfahrene Team als stabil genug ein, so wird er fortan an der „Gongtherapie“ und/oder der „Tischtrommel-Konferenz“ teilnehmen können.

Hinter der „Gongtherapie“ verbirgt sich ein von dem leitenden Oberarzt Dr. Peter Hess empirisch entwickeltes Konzept der rezeptiven Musiktherapie, einer intensiv aufdeckenden Arbeit für Patienten speziell mit sog. „frühen Störungen“ (Psychosen, Persönlichkeitsstörungen etc.) Sie basiert auf Grundannahmen aus der Prä- und Perinatalpsychologie (L. Janus und andere)  und der Transpersonalen Psychologie (zu nennen sei hier insbesondere das Konzept der Perinatalen Matrizen nach S. Grof), nach denen zum einen existentiell bedeutsame Erlebnisdimensionen schon im vorgeburtlichen Zustand erfahren und damit grundgelegt werden, und zum anderen psychotisches Erleben wider aller Einwände von Erfahrenen einfühlbar und nicht an sich pathologisch ist. In einem sehr geschützten und achtsamen Setting werden die Patienten, stabilisiert durch einen ritualisierten Ablauf, mittels bestimmter archaischer Instrumente (mit dem Gong als Höhe- und Mittelpunkt) in eine Klangtrance und damit einen veränderten Wachbewusstseinszustand geführt. Angestrebt wird, dass die Patienten lernen, einen normalen Wachbewusstseinszustand von einem verändertem Wachbewusstseinszustand zu unterscheiden, dass sie mit durch bestimmte Klänge in Bewegung gesetzten Themenfeldern in Kontakt treten (auch traumatische Erfahrungen), und dass sie die individuellen Erlebnisinhalte bearbeiten und zu deuten versuchen. Letztes ge-schieht unmittelbar in der Therapiesitzung durch bildnerische Gestaltung und verbale Reflexion, hernach durch Verfassen eines Erlebnisprotokolls und Weiterbearten auch in anderen Therapien.


Ein weiteres konfliktzentrierendes Angebot ist die von dem Musiktherapeuten Jochen Sattler klinisch entwickelte Methode der „Tischtrommelkonferenz“ einer systemischen Aufstellungsarbeit mit dem Instrument der Tischtrommel als rahmengebendem Objekt und als Projektionsfläche. Die Grundgedanken hierbei sind, dass internalisierte, sich wechselseitig ungünstig beeinflussende Persönlichkeitsanteil eines Patienten in ihrer Beziehungsstruktur am „runden Tisch“/Tischtrommel mit Hilfe der anderen Gruppenteilnehmer external platziert und hörbar gemacht werden können; sowie weiterhin, dass sich die Interaktionen zwischen diesen Persönlichkeitsanteilen dann in Richtung einer besseren Kooperation verändern werden. Die Tischtrommel nimmt hierbei eine erstaunlich multifunktionale Rolle ein: Sie ist zugleich rahmengebendes Objekt, Projektionsfläche, Katalysator und Instrument für ein intensives, stärkendes Gruppenerleben. Weitere musiktherapeutische Angebote sind die auf einzelne Patienten abgestimmten Einzeltherapien, bei Bedarf auch an der Odaiko-Gongtrommel, auf dem „Klangstuhl“ „unter der Tischtrommel“ oder auf der „Klangwoge“. Jeder Therapietag beginnt darüber hinaus mit der „Morgenmusik“ – einer gemeinsamen Gruppenmusik im Treppenhaus.

Insgesamt gesehen hat die Musiktherapie einen sehr hohen Stellenwert im Klinikkonzept. Aufgrund der außergewöhnlich hohen Therapiefrequenz und der teilweise einzigartigen Angebote findet die Frankenthaler Musiktherapie mittlerweile auch auf fachlicher Ebene bundesweit viel Beachtung.